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Lohnt sich der „neue“ Fixzins

„Fix“ oder „variabel“ – diese Frage stellt sich in letzter Zeit immer öfter bei Kreditverhandlungen mit österreichischen Finanzinstituten. War es früher bei heimischen Banken Usus, variable Kredite aufzunehmen, ist es heutzutage immer mehr en vogue, die Kreditlinien zu fixieren. Die Gründe sind einfach:
 
  • Marktdruck aus Deutschland: Gefühlte 95% aller Kredite in Deutschland werden „fixiert“. Das war schon immer so und hat dazu geführt, dass während der „fetten Jahre“ viele Unternehmen und Private im Grenzgebiet zu österreichischen variablen Krediten tendierten. Diese waren schlichtweg günstiger, als die deutschen „Fixzinsen“. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise und dem stetigen Rückgang der kurzfristigen Zinsen - mittlerweile auf historisch günstigem Niveau - schielt der informierte Kreditnehmer nun ins große Nachbarland. Auf einmal sind attraktive Fixzinsen auf 10 Jahre oder noch länger dort deutlich günstiger. 
 
  • Österreichische Banken müssen sich dem Wettbewerb stellen und hier mitbieten. Sonst finanziert der Kunde in Deutschland.
 
  • „Wenn nicht jetzt, wann dann?“: Aktuell gibt es Angebote aus Deutschland, die unter 2,0% fixiert auf 10 Jahre liegen. Beim privaten Häuselbauer sogar noch deutlich darunter. Im variablen Bereich tut man sich teilweise schwer, diesen Zinssatz überhaupt zu erhalten. 
 
  • Der Grundsatz: „je länger ein Kredit fixiert ist desto teurer muss er werden“ gilt angesichts der aktuellen „Nullzinspolitik“ derzeit kaum mehr.
 
  • Planungssicherheit
 
Alles wird jedes Jahr teurer“ wird (zumindest für die Fixlaufzeit) obsolet. Jede Unternehmensplanung wird um einen Schritt einfacher, denn die Rate ist und bleibt fix. 

…und die Risiken?

Jede Fixierung ist eine Wette. Man hofft, dass man mit der Fixierung günstiger fährt, als wenn man weiterhin variabel finanziert hätte. Angesichts der Nullzinspolitik derzeit (und wohl auch noch länger) ist das Zinsrisiko aber überschaubar. Man sollte allerdings nicht blind auf ein FIX-Angebot vertrauen. 
 
  • Die Flexibilität ist von einem Mal auf das Andere weg. Kein Bankenwechsel, keine Sondertilgung, keine flexible Ratenänderung ohne (i.d.R.) eine Strafzinszahlung (sog. Pönale oder Vorfälligkeitsentschädigung). 
 
  • Das Zinsanschlussrisiko („was ist nach den 10 Jahren“?) ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Sogenannte forward Darlehen können hier helfen.
 
  • Zudem bleibt die Frage wie „fix“ „FIX“ auch wirklich ist, wenn es (wie 2009 ff) zu groben Marktschwankungen kommt. Dass Verträge dann auch wirklich halten, bleibt die Hoffnung.

Was tun?

Jedenfalls sollte der Leser (wie bei den GFB & Partner Finanzausschreibungen) immer auch FIX anfragen. Sei es in Österreich und/oder auch in Deutschland. Im Rahmen der GFB-Finanzausschreibungen können Fallstricke sowohl im variablen, wie auch fixen Bereich aktiv angesprochen werden. Ihre GFB-Finanzexperten stehen gerne zur Verfügung.